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Finanzchef China – mit Mitte zwanzig

Finanzchef China – mit Mitte zwanzig

Mit 23 startet Diplom-Kaufmann Moritz Ottmann als Controller in Wuppertal. Kurz darauf beginnt sein Aufstieg: eine neue Stelle, internationaler und mit mehr Verantwortung. Er greift zu, beißt sich durch und überzeugt. So sehr, dass man ihm ein Dreivierteljahr später ein Angebot macht, das seine Vorstellungen übersteigt. Für ein Jahr geht er nach China. Als oberster Finanzbeauftragter, um den chinesischen Standort von Coroplast kaufmännisch zu betreuen. Mit Ende 24 wähnt sich Moritz Ottmann auf dem Zenit seiner jungen Karriere. Doch die hält noch mehr für ihn bereit.

Heute steht auf seiner Visitenkarte Head of Corporate Finance. Der 31-Jährige ist verantwortlich für alles, was die internationalen Finanzen von Coroplast betrifft. Die Chief Finance Officers aller fünf Auslandsgesellschaften berichten an ihn. Moritz Ottmann koordiniert zum Beispiel die Zahlungen an die Bauherren in Mexiko, wo Coroplast sein bestehendes Werk umfassend erweitert. Von Wuppertal aus überwacht er alle am Umbau beteiligten Dienstleister, damit die Geschäftsführung stets den Überblick über die finanzielle Lage des Unternehmens behält. Auch die Bereiche Risikomanagement, Revisionen und Recht laufen bei Moritz Ottmann zusammen. Er schätzt die Komplexität seines Jobs. Heute nicht zu wissen, welche Herausforderung morgen auf ihn wartet. Vielleicht rufen die chinesischen Kollegen an, weil sie eine Maschine zur Bordnetzproduktion nach Mexiko transferieren wollen. Moritz Ottmann steuert dann den gesamten monetären Prozess über die Landesgrenzen hinweg. Er ist derjenige, der sich mit steuerrechtlichen Fragen auseinandersetzt, Einfuhr und Zollabwicklung kaufmännisch organisiert. Bei dem Tempo der zurückliegenden fünf Jahre wagt er keine Prognose für die nächsten Jahre – aber spannend werden sie auf jeden Fall.

„China war das Beste, was mir passieren konnte. Ich habe nie zuvor in so kurzer Zeit so viel gelernt wie dort.“
Moritz Ottmann (Head of Corporate Finance, ging für ein Jahr nach China – so zumindest lautete der Plan.)

„Es gibt eine Faustregel bei Coroplast: Wenn du für ein Jahr ins Ausland gehst, kehrst du nach drei Jahren zurück. In meinem Fall waren es sogar dreieinhalb. Das erste Jahr war schon eine heftige Herausforderung. Normalerweise besetzt man so eine Stelle mit jemandem, der Mitte dreißig ist und zehn Jahre Berufserfahrung besitzt. Ich hatte nur mein Studium und den Willen, es zu schaffen. Rückblickend bereue ich keine Sekunde. Eine intensive Erfahrung und gleichzeitig die Chance meines Lebens. Bei Coroplast treffe ich auf Menschen, die passioniert an einer gemeinsamen Sache arbeiten. Die Leute sind nicht hier, weil sie müssen, sondern weil sie etwas bewegen können. Wenn man selber so tickt, gibt es kaum ein produktiveres Umfeld. In China habe ich gelernt, selbstständig Probleme zu lösen und das Unmögliche möglich zu machen.“